Katharina Schultens

gierstabil

<strong>01</strong> Über das Buch

‘briefe tonbänder schwappend um die/ füße. hier stand er schon einmal &/ war das meer: eine schablone.’

<strong>02</strong> Autor°in

Sechs Jahre liegen zwischen Katharina Schultens Debütband und ihrer zweiten Sammlung »gierstabil«. Die mit dem Leonce und Lena Preis 2013 ausgezeichnete Berliner Dichterin ist eine Meisterin der Vermischung naturwissenschaftlicher und biologischer Bildwelten mit sprachreflexiven Gegenwartskontemplationen. Gierstabilität bezeichnet zunächst einmal den Umstand, dass sich ein Fahrzeug ohne weitere Steuerung in der Tendenz geradeaus bewegt. In »gierstabil« bewegt sich die Dichterin durch die Assoziations- und Sprachgebiete der Gegenwart. »ich ist kopistin. legt akut was ihm der körper über-/setzt als files im innern ab. für ordner: austarierte/ zugriffsrechte. – disclaimer: bei jungsikonen muß/ man sich bewerben bis man sie herunterladen darf.« Die uns in allen Medien und Objekten der Alltagskultur umgebende englische Sprache wird dabei auf besondere Weise inszeniert: Skepsis und Neigung halten sich die Waage. Dabei sind die Gedichte Katharina Schultens spielerisch außer Kontrolle geratende Sprachgebilde, die stets auch typographische auf der Suche nach einer Ausrichtung, einem Kurs sind. Was experimentell anmuten mag, ist zugleich fest verbunden mit der lyrischen Tradition. Eines der Leitmotive der Gedichte ist dabei die Liebe und ihre Unmöglichkeit. Wie kann das gehen, Lieben heute im Zeitalter da alles -Post ist: Postfeministisch, Post-Postmodern, post-dekonstruktivistisch? Diese neuen Gedichte sind zugleich das suchende Fegen in Scherben wie die Betrachtung ihrer Aufwirbelung.

<strong>03</strong> Biblio

Roman

72 Seiten, 2013
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