Enzyklopädie der Dinge

Hrsg. von Guido Graf, Marius Hoffmann und Florian Stern

Das Gummiband

Von Arpana Berndt

Das Gummiband ist ein elastisches Band aus Gummi von etwa 5-10 cm Länge, dessen Enden miteinander geschlossen verbunden sind. Gummibänder gibt es in verschiedenen Größen, Längen und Farben. Die wichtigste Eigenschaft eines Gummibandes ist seine Dehnbarkeit. Gummibänder werden aus natürlichem Gummi hergestellt, weil dieses eine höhere Dehnbarkeit aufweist als synthetisches Gummi. Das Gummiband wurde 1845 von Stephen Perry patentiert.

Für Gummibänder gibt es verschiedene Anwendungsmöglichkeiten. Normalerweise werden Gummibänder eingesetzt, um verschiedene Dinge zusammenzuhalten, miteinander zu verbinden oder zu verschließen. Gummibänder werden als Antrieb für Geschosse gebraucht, z.B bei einer Steinschleuder. Gummibänder werden in der Kieferorthopädie verwendet, um Zahnspange und Zahn zusammen zu halten. Sogenannte Einmachgummis sind Gummibänder mit einer Lasche, mit denen man Einmachgläser luftdicht verschließt. Das Kinderspiel Gummitwist ist ein Hüpfspiel, bei dem Kinder, vor allem Mädchen, über ein langes, zwischen den Beinen von zwei sich gegenüber stehenden Personen gespanntes Gummiband springen. Breite Gummibänder werden in der Gymnastik eingesetzt. Sogenannte Loom-Bändchen sind kleine, neonfarbende Gummibänder, aus denen Armbänder gebastelt werden.

Das Gummiband kann um ein langweiliges Buch gebunden werden, um die Spannung zu erhöhen. Bei zwischenmenschlichen Spannungen, zum Beispiel bei einem Konflikt zwischen zwei Individuen, können diese Personen das Gummiband zwischen sich aufspannen und es plötzlich loslassen. So wird die Spannung gelöst oder auch nur die andere Person getroffen. Wie aus vielen Gummibändern, die ein Bastler übereinander legt, ein springender Gummiball entstehen kann, kann man aus vielen Gummibändern auch ein Gummibärchen formen. Der Verzehr dieses Gummibärchens wird nicht empfohlen. Als Kaugummi hat das Gummiband den Vorteil, sowohl kalorienarm als auch zahnfreundlich zu sein. Von Nachteil ist, dass es wahrscheinlich auch gesundheitsschädlich und bestenfalls geschmacksneutral ist.

Quellen:

Auster, Paul: Mond über Manhattan. Rowohlt Verlag, Reinbek 1992. S.103: „Ich glaube nicht, dass ich ohnmächtig geworden bin, aber als man noch einmal versuchte, mir Blut abzunehmen, wollte man wohl kein Risiko eingehen. Um meinen Bizeps war ein Gummiband gespannt, damit die Vene besser herauskam, und als der Arzt die Nadel endlich drin hatte – ob es derselbe Arzt war oder ein anderer, weiß ich nicht mehr -, machte er irgendeine Bemerkung über meine Magerkeit und fragte mich, ob ich an diesem Morgen gefrühstückt hätte.“

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