Enzyklopädie der Dinge

Hrsg. von Guido Graf, Marius Hoffmann und Florian Stern

Der Wohnwagen

Von Clemens Klauke

Als eine Mischung aus Autoanhänger und Wohnraum kombiniert der Wohnwagen Mobilität und Komfort. Während die klassischen Modelle meist lediglich eine Schlafgelegenheit sowie ein Kochstelle bieten, sind die Innenbereiche luxuriöserer Modelle mit Plasmafernseher und Badewanne oftmals nur schwer von normalen Wohnungen zu unterscheiden. Nicht zu verwechseln ist der Wohnwagen, der im Normalfall an einen PKW gehängt wird, vom Wohnmobil, das einen integrierten Antrieb besitzt.
Die Geschichte des Wohnwagens reicht bis ins späte 19. Jahrhundert zurück. Zielgruppe sind seit jeher vor allem Menschen mit festem Wohnsitz, die den Wohnwagen auf Reisen als sichere und bequeme Unterkunft nutzen. Auf diese Weise sind Reisende nicht an Motel oder Ähnliches gebunden und können kostenfrei und flexibel überall dort nächtigen, wo es ihnen gefällt, sofern es die lokale Gesetzgebung erlaubt. Eine um Längen günstigere Alternative stellt das Zelt dar, welches aber auch weitaus spartanischer ausgestattet ist.
Wohnwagen sind vor allem in Nordamerika, Europa, Australien und Neuseeland verbreitet. In anderen Teilen der Welt trifft man seltener auf sie.
Der Wohnwagen ist zumeist ein Luxusgut. Eine Ausnahme bilden die vor allem in den USA ansässigen Wohnwagen-“Slums“, oder „trailer parks“, in denen Menschen leben, die ihre Wohnwagen aus Geldnot als festen Wohnsitz nutzen müssen.
 
Menschen, die aus wildem Holz geschnitzt sind und denen die Ausbeutung von Tieren angenehmer erscheint, als die Verschmutzung der Umwelt durch Autoabgase, können den Wohnwagen zur prachtvollen und hippen Kutsche umfunktionieren. Die außensitzende Kugelkopfkupplung muss dazu abmontiert und durch Kutschbock und Anspannung ersetzt werden. Um möglichst viele Pferdestärken zu erreichen, was notwendig ist, um mit dem hohen Eigengewicht des Wohnwagens schon leichte Steigungen überhaupt meistern zu können,
empfiehlt sich eine möglichst große Anzahl an Zugpferden. Vor allem in der Innenstadt macht die Wohnwagenkutsche einiges her. Von Ihrer Verwendung  auf deutschen Autobahnen wird allerdings strengstens abgeraten.
Quellen:
Sons of Anarchy, Fernsehserie:
Der desillusionuerte, verbitterte Expolizist Wayne Unser lebt ab der vierten Staffel der Serie in einem abgewirtschafteten Wohnwagen.
My Name is Earl, Fernsehserie:
Die Protagonistin Joy wohnt mit ihrem Freund und den zwei Kindern in der Wohnwagensiedlung „Pimmit Hills Trailer Park“ in Camden, USA.
Grand Theft Auto 5, Computerspiel:
Ein Protagonist des äußerst erfolgreichen Videospieles GTA 5, Trevor Philips, nutzt einen abgewrackten Wohnwagen als Hauptwohnsitz.
Trailer Trash (Modest Mouse), Lied:
Sowohl Titel, als auch Teile des Liedtextes („live in trailers with no class“)
beziehen sich auf eine Wohnwagensiedlung als Ort der Handlung.

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