Enzyklopädie der Dinge

Hrsg. von Guido Graf, Marius Hoffmann und Florian Stern

Der Teigschaber

Von Josefine Sonneson

Der Teigschaber, auch Geizhals genannt, ist ein Küchengerät. Er besteht aus einem Stiel aus Plastik, selten auch Holz oder Edelstahl, an dem eine flache, rechteckige Platte steckt, deren eine obere Ecke meist abgerundet ist. Genutzt wird der Teigschaber vorzugsweise beim Backen. Er dient der gleichmäßigen Verteilung oder Glattstreichung von dickflüssigen Massen wie Creme, Sahne, Teig oder Paste sowie der restlosen Entleerung von Rührschüsseln oder ähnlichen Behältern.
Die Hitzebeständigkeit des Teigschabers variiert je nach Beschaffenheit der Platte. Die übliche, preisgünstige Variante mit einer Gummiplatte hält gerade mal 50°C aus. Ein Teigschaber mit Silikonplatte weist hingegen eine wesentliche beachtlichere Toleranz bis zu 260°C auf.
Der gewöhnliche Teigschaber ist ungefähr 25 cm lang, er besitzt kein nennenswertes Gewicht und ist heutzutage weitestgehend spülmaschinentauglich.
 
Erlaubt sein muss die Frage nach dem tatsächlichen Nutzen dieses Gegenstandes, ist es doch immerhin denkbar, den Teigschaber beiseite zu legen und die Teigreste in der Rührschüssel mit den Fingern, Händen oder der Zunge selbst auszuschaben. Der Teigschaber bietet aber noch ganz andere Anwendungsmöglichkeiten. Hat man die Hitzebeständigkeit  mit Hilfe eines Ofens zu weit ausgereizt, lässt sich aus dem weichgewordenen oder geschmolzenen Gummi etwas Neues formen. Sticht man beispielsweise mit viel Geduld von allen Seiten kleine Borsten in das Gummi, entsteht eine Klobürste.
Wunderbar eignet sich der Teigschaber auch als Fliegenklatsche. Mit seiner leicht elastischen, aber doch recht harten Fläche lässt es sich exzellent klatschen. Anschließend können die erschlagenen Fliegen direkt aufgeschabt werden. Man kann sich mit ihm am Rücken kratzen, ihn als Schuhanzieher oder Tischtennisschläger benutzen, seinem Kind damit die Wange tätscheln oder Menschen im Vorübergehen auf den Po klatschen.
Trotz seiner vermeintlich geeigneten Form, lässt sich der Teigschaber weniger gut zum Graben oder Schaufeln von Schlupflöchern oder Tunneln verwenden, da seine elastische Vorderseite bei starkem Widerstand sehr schnell nachgibt. Auch als Suppenlöffel macht er keine  gute Figur.
Quellen:
– Rönner, J.: Das große Vollwert-Backbuch: Raffinierte Rezepte mit naturbelassenen, gesunden
Lebensmitteln. Schlütersche, Hannover 2008. S. 136 (,,Dann mit Teigschaber und Palette auf ein
mit Backpapier belegtes Backblech streichen.“)
– Allert, J.: Paula und Lou: Tiger, Sterne und ein Kroko-Mann. ArsEd., München 2013. (,, »Bitte
sehr«, sagte Lou und zog den Teigschaber aus dem Blumentopf.“)
– Svingen, A.: Ein ganz schön starker Plan. Boje, Köln 2013. (,, »Meine Mutter liegt im Sterben
und ihr letzter Wunsch ist ein Teigschaber.« “)

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