Enzyklopädie der Dinge

Hrsg. von Guido Graf, Marius Hoffmann und Florian Stern

Der Sarg

Von Tamara Bresler

Bei einem Sarg handelt es sich um ein meist aus Holz oder Zink gefertigtes Behältnis für den Transport, die Aufbewahrung und Beisetzung eines Leichnams. Je nach regionalen Gebräuchen oder persönlichen Vorlieben wird der Sarg in der Regel für die Bestattung in der Erde oder die Feuerbestattung im Krematorium verwendet. Je nach Einkommen und Popularität des oder der Verstorbenen kann der Sarg mit mehr oder weniger Prunk ausgestattet werden – von der einfachen Erdbehausung eines Zimmermanns bis zum Sarkophag eines Pharaos oder der gläsernen Aufbewahrung eines Diktators. Es ist außerdem nicht unüblich, Särge mit persönlichen Sprüchen, Bildern der Liebsten oder der Flagge des Fußballvereins zu versehen.
Entgegen der allgemein verbreiteten Ansicht, ein Sarg sei lediglich der Begleiter für den letzten aller Wege, lässt er sich sehr wohl in das Leben vor dem Ableben zu integrieren. Er eignen sich ausgezeichnet als dunkler, trockener Ort zur Aufbewahrung von Kartoffeln, die sowieso gern unter der Erde liegen. Will man das Augenmerk lieber auf dekorative Aspekte legen, kann man den Sarg als Gehäuse für eine imposante Standuhr nutzen und zusehen, wie die Zeit in ihm verstreicht. Sogar die Refinanzierung des Sargs ist möglich. Er kann zur Nutzung auf Halloweenfeiern, Horrorfilmen oder schwarzen Messen vermietet werden. Bei Letzterem sollte jedoch vertraglich festgehalten werden, welche Rituale durchgeführt werden, um sich den ohnehin beengenden Wohnraum nach dem Ableben nicht mit einer verdammten Seele teilen zu müssen. Schließlich kann der Sarg ein wahrer Lebensretter sein. Wenn einem das Wasser bis zum Hals steht, lässt er sich zum Boot umfunktionieren, mit dem man gemütlich in den Sonnenuntergang paddelt.
Quellen:
– Sommer-Bodenburg, Angela: Der kleine Vampir auf dem Bauernhof. Verlag: rororo; Auflage: 24 (3. Februar 1983), S. 7 ff
– Doyle, Arthur Conan: Sherlock Holmes, Die Erzählungen II, Das Verschwinden der Lady Frances Carfax, Anaconda Verlag, 2014, S. 501 ff

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