Enzyklopädie der Dinge

Hrsg. von Guido Graf, Marius Hoffmann und Florian Stern

Die Kassette

Von Marina Müller

Die Kassette als Tonträger konnte man für 2-6 D-Mark im Einzelhandel erwerben. Das mehrfach bespielbare Tonband auf zwei Spulen ist geschützt durch ein rechteckiges Gehäuse, welches aus Kunststoff oder Aluminium besteht. 1963 stellte Philips die erste Version der Kompaktkassette vor.
Man konnte sich aussuchen, ob die Kassette bespielt erworben werden sollte, oder leer für eigene Kompositionen. Durch die Beschriftungsmöglichkeit kann der Hörer vermerken, was auf der A – und B Seite der 40 Gramm leichten Kassette aufgenommen wird.
 
Der Kassettenhörer versucht sich meistens als Arzt der Tonträger, er flickt, verpflastert, operiert den Bandsalat. Eine Kompaktkassette mit einer 120 minütigen Laufzeit zeichnet sich durch das 170 Meter lange Tonband aus, welches als Maßband verwendet werden kann. An eine Kassette kann man heute kein USB Gerät anschließen. Ein großer Nachteil für das eckige Retroobjekt. Die Räumlichkeiten der Retro-orientierten Sammler könnten allerdings einen Nebenverdienst einbringen und als Museum fungieren. Oder als Schwarzmarkt – die Kassette als erste Form der Raubkopie. Der Erinnerungswert: Wunderbar monotone Rauschgeräusche komponiert die Leerkassette und lässt den Lauscher erst aufschrecken durch das prägnant klickende Ende.
Seitenwechsel, im Sammlerzuhause.
Quellen:
Cbt Verlag; Jay Ashe; Tote Mädchen lügen nicht, Seite 9: „Ich rolle sie auseinander und erblicke sieben Musikkassetten. Jede Kassette ist oben rechts mit einer Nummer beschriftet. Jede Seite trägt eine eigene Zahl. Die letzte Kassette ist auf einer Seite mit >13< beschriftet, die andere Seite ist leer.

Neuigkeiten abonnieren?

Einmal im Monat flattert unser neuer Newsletter direkt ins Postfach.

Newsletter kommt!

Pin It on Pinterest

Share This
X