Enzyklopädie der Dinge

Hrsg. von Guido Graf, Marius Hoffmann und Florian Stern

Das Buch

Von Lasse Kohlmeyer

Das Buch ist eine Kollektion von Seiten, welche in der heutigen geläufigen Form entweder aus Papier bestehen oder digitalisiert sind. Seiten aus Papier werden durch einen Buchumschlag zusammengehalten, digitale Seiten werden hintereinander durch einen Computer dargestellt. Dabei besitzen die einzelnen Seiten oftmals einen Inhalt, z.B. schriftliche Texte oder Bilder, die Informationen vermitteln sollen und betrachtet oder gelesen werden können. Es gibt auch Fälle in denen ein Buch ausschließlich aus leeren Seiten besteht, z.B. um dem Buch selbst einen Inhalt hinzuzufügen, sog. Schreiben oder Zeichnen. Die Größe von Büchern kann stark variieren, sie ergibt sich aus der Seitenzahl und der Seitenfläche, bei nicht digitalen Büchern zusätzlich aus der Seiten- sowie Umschlagsdicke.
Die Vorgänger von Büchern waren einzelne Pergament- oder Papyrusrollen, die von den Ägyptern etwa im dritten Jahrtausend vor Christus verwendet wurden. Papyrusrollen wie Bücher dienten damals wie heute der (pseudo)permanenten Speicherung von Wissen, wobei sich im Einzelfall sehr unterscheiden kann, was unter Wissen verstanden wird: so kann es sich um Wissen über getätigte Ausgaben oder Kochrezepte, aber auch über Wissen von gar nicht in der Wirklichkeit existierenden Welten handeln. Ursprünglich handschriftlich geschrieben entwickelte sich das Buch mit Erfindung des Buchdrucks von einem Gegenstand weniger Minderheiten zu einem kulturellen Massenmedium.
 
Das nicht digitale Buch eignet sich in großen Massen auch als Baumaterial, z.B. um Wände oder ganze Häuser zu errichten. Um zusätzliche Stabilität unter verschiedenen Büchern zu gewährleisten, kann der Leim verwendet werden, der üblicherweise den Buchumschlag mit den Seiten verbindet. Um ein solches Buchheim warm zu halten, können Bücher auch verbrannt werden – wobei es für die Buchverbrennung auch andere Motive gibt. Bücher brennen bei einer Temperatur von 451 Grad Fahrenheit. Diese Praxis ist vor allem in Zeiten größter gesellschaftlicher Not üblich, immer dann, wenn auch Menschen brennen. Dadurch geht allerdings das Wissen im Buch verloren.
Quellen:
– Marx, Karl: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Dietz Verlag, Berlin, 1988. S. 91 („Die Erfahrung lehrt ihn das, und unser Robinson, der Uhr, Hauptbuch, Tinte und Feder aus dem Schiffbruch gerettet, beginnt als guter Engländer bald Buch über sich selbst zu führen.“)
 
– Birkegaard, Mikkel: Die Bibliothek der Schatten. Goldmann Verlag, München, 2010. S. 10 („Er zuckte mit den Schultern, schlug das Buch in der Mitte auf und begann laut zu lesen.“)
 
– Bradbury, Ray: Fahrenheit 451. Diogenes Verlag, Zürich, 1981. S. 44 („Ein Buch im Haus nebenan ist wie ein scharfgeladenes Gewehr.“)
 
– Moers, Walter: Das Labyrinth der Träumenden Bücher. Albrecht Knaus Verlag, München, 2011. S. 58 („Das war ein Lebendes Buch, und es hatte eine Ratte mit seinen Lesebändchen eingefangen und stranguliert.“)
 
– Homes, A.M.: Dieses Buch wird Ihr Leben retten. Wilhelm Heyne Verlag, München, 2008. Titel („Dieses Buch wird Ihr Leben retten“)

Neuigkeiten abonnieren?

Einmal im Monat flattert unser neuer Newsletter direkt ins Postfach.

Newsletter kommt!

Pin It on Pinterest

Share This
X