Kukicha

Kukicha Realitätsdrahtseilakteur E. A. Diroll im Portrait Alexander Diroll ist seines Zeichens Tee- und Absinthhändler, Besitzer eines Bücherantiquariats und Überlebenskünstler durch und durch. Bis vor rund 5 Jahren war Alexander Diroll Betreiber eines ganz besonderen Ladens, dem „Kukicha“, einem Ort, der vielen Menschen in seiner Nachbarschaft ein zweites zu Hause gegeben hat und für viele zu einem Lebensmittelpunkt wurde. Neben Tee und ausgewählten Absinthen, fanden sich dort allerlei Kuriositäten. Ein Wunderladen, wie man ihn sonst nur in einem Tim Burton Film vermuten würde. Neben dem täglichen Geschäft, dem Verkauf von Tee, antikapitalistischen Kaffees, Absinth und was dem leidenschaftlichen Sammler sonst noch so einfiel, war eines der Hauptmerkmale des „Kukichas“ das soziale Miteinander. Wenn andere Einzelhändler die Ladentür schlossen und sich gen Feierabend nach Hause bequemten, ging es im Kukicha meist erst los. Freie Lesungen bei Rotwein und Kerzenlicht, Japanische Teezeremonien nach traditionellem Vorbild, Spieleabende, Absinthverkostungen, Themenabende unterschiedlichster Art und Parties waren an der Tagesordnung. (c) Tilman Döring Idee / Konzept: Tilman Döring  Bild / Ton: Tilman Döring  Text: E.A. Diroll  Dokumentarisches Bildmaterial: Axel...

Osten – Eine Utopie

Osten - eine Utopie von Kornelius Friz und Christoph Möller Etwas verloren steht ein Mensch vor einem roten Klinkerhaus. Nur das Messingschild mit der Aufschrift „Gemeindeverwaltung Osten“ weist darauf hin, dass dieses Haus nicht leersteht, wie die meisten anderen im Ort. Möwen kreischen, die Kirchglocken läuten. Auch an diesem Morgen fährt irgendwann ein Auto vorbei. In Fleecejacke und höflich distanzierter Mundart begrüßt uns Carsten Hubert, der Bürgermeister von Osten uns in seinem Ort. Wir lernen, dass Osten nur einer von vier Ortsteilen der Samtgemeinde Hemmoor ist, sein Amt führt Hubert schon seit Jahren ehrenamtlich aus. Der Pastor radelt vorbei, auch er hat schon davon gehört, dass Reporter im Ort sind. Wir verabreden uns in seiner St.-Petri-Kirche, einem für die ländlich-protestantische Dorfgemeinde Ostens verhältnismäßig prächtigen Bau. Osten werde mit langem „O“ ausgesprochen. Wie der Ofen, nicht wie die Himmelsrichtung, erklärt uns der Bürgermeister. „Wie ein überirdischer Vakuumsauger“ Horst Puttfarken sitzt im Obergeschoss der Kulturmühle Osten auf morschen Dielen. Detailliert erklärt er die technischen Raffinessen, dank derer die 1909 als Kornspeicher errichtete Mühle einst den großen Bedarf des gesamten Umkreises bedienen konnte. Eine Druckluftförderanlage beförderte das zu mahlende Korn „wie ein überirdischer Vakuumsauger“ direkt von den Schuten auf der fünfhundert Meter entfernten Oste bis hin zum Mahlwerk. Auch abseits der technischen Details haben die Kulturmüller viel zu erzählen. Dass sie ihren Ort gern haben. Dass auch Neu-Ostener willkommen sind und sich engagieren können. Und dass der Tourismus mehr Fluch als Segen sei. Manfred Toborg, der erste Vorsitzende der Kulturmüller erinnert sich noch, wie er als Kind mit einem Eimer zur Mühle geschickt wurde, um Futter für die Hühner zu holen. Bis...

What do you see?

Von Hyung-Kyung Yi, Giovanni Cardillo und Elena Zay Budapest, Mai 2015 Es ist Kunst, die dich ins Museum zieht. Aber was passiert, wenn du vor ihr stehst? Wie nimmst du die Exponate wahr? What do you see? Besucher in Budapesters Museen und Galerien haben mit ihren Antworten Kunst aus Kunst geschaffen. Beschreibungen, Deutungsversuche auf Tonspuren, Gesten und Haltung bildlich festgehalten, dazu oft nur andeutungsweise fotografierte Exponate, im Hintergrund ein musealer Klangteppich. Sie liefern den Ansatz einer Antwort auf die Frage nach Sehen – und überlassen gleichzeitig vieles der Vorstellung des Zuschauers. So tell us,...

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