Enzyklopädie der Dinge

Hrsg. von Guido Graf, Marius Hoffmann und Florian Stern

Der Bindfaden

Von Hannah del Mestre
Der Bindfaden wird heutzutage auch als Paketschnur bekannt. Er ist gezwirbelt aus mehreren dünnen Garnen. Ursprünglich wurden Hanf oder Flachs verwendet, heutzutage kommen immer öfter auch Textil- oder Chemiefasern zum Einsatz. Ein etwas altertümliches Synonym ist das Wort Zwirn. Der Bindfaden ist nicht zu verwechseln mit dem Garn, das zum Nähen verwendet wird. Wie der neumodische Name Paketschnur schon verrät, dient der Bindfaden im alltäglichen Gebrauch meist zum Schnüren von Paketen.

 

Der Bindfaden ist allerdings vielseitig einsetzbar, zum Beispiel dient er hervorragend zum Ziehen von Zähnen. Man braucht dafür ein Pferd, an dessen Halfter oder Sattel das eine Ende des Fadens befestigt wird. Das Ende andere Ende bindet man an den Zahn selbst. Nun wird das Pferd so angestachelt, dass es sich mit einem Ruchk nach vorne bewegt und dabei den Zahn mitzieht. Man bedenke hierbei, dass an dem Zahn meist ein lebender Mensch hängt, der nicht mitgerissen werden sollte, da sonst die Spannung des Fadens zu gering wäre.
Quellen:
Lindgren, Astrid. Michel bringt die Welt in Ordnung: Verlag Friedrich Oettinger, Hamburg 1990: S52. „Ich brauche nur zwei Sachen: Lukas und einen langen, festen Zwirnfaden“
 
Cooke, Tim. Wie man mit einem Bindfaden die Welt verändert: Besondere Zufälle und andere Dinge, die Geschichte machten: Verlag arsEdition, 2012

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