Enzyklopädie der Dinge

Hrsg. von Guido Graf, Marius Hoffmann und Florian Stern

Die Bettdecke

Von Greta Hamann

Die Bettdecke ist eine aus verschiedenen Materialien angefertigte, meist rechteckige Auflage, die den Menschen im Schlaf wärmen soll. Welche Art von Bettdecke man zum Schlafen nutzt, hängt stark von den äußeren Gegebenheiten ab. Bei niedrigen Temperaturen benötigt man beispielsweise eine Bettdecke mit stark isolierender Füllung. Meist dienen hier tierische Produkte, wie etwa die Unterfedern verschiedener Vogelarten, sie sogenannten Daunen, als Füllung.
Bettdecken werden heutzutage meist maschinell angefertigt und sind in zahlreichen Formaten verfügbar. So gibt es bereits für Säuglinge Bettdecken, die 80 x 80 cm messen. Die Standardbettdeckengröße für Erwachsene hat sich im Laufe der Jahre geändert. Reichten vor fünfzig Jahren noch 135 x 200 cm, so werden heute, infolge gesteigerter Komfortansprüche, zumeist Bettdecken im Format 155 x 220 cm gekauft. Personen, die sich gerne eine Decke teilen, können auf eine Doppelbettdecke der Größe 240 x 220 cm zurückgreifen. Der Vorteil einer solchen Doppelnutzung besteht in einer erhöhten Wärmeisolierung durch die erzeugte Abwärme zweier Menschen unter nur einer Decke.
 
Bettdecken werden zum Schutz vor Gefahren genutzt, von welchen sich Kinder wie Erwachsene kurz vor dem Einschlafen und während des Schlafs bedroht fühlen. So gleicht die Bettdecke einem Schild, obwohl sie objektiv betrachtet wenig Schutz vor lebensbedrohlichen Gefahren wie Gewehrkugeln, Monsterbissen oder Stürzen aus großer Höhe bietet. Bettdecken eignen sich zudem hervorragend zum Erbauen von Höhlen, Hütten oder Zelten – sei es innerhalb oder außerhalb eines Kinderzimmers.
Quellen:
Munro, Alice: Der Traum meiner Mutter. Fischer Taschenbuch. 1998. S. 14
„Der Schnee und die belaubten Gärten und das fremde Haus waren verschwunden. Das einzig Weiße war die Decke in der Wiege. Eine Babydecke aus dünner, weißer Wolle, vom nackten Rücken des Babys heruntergerutscht.“
 
„Meine Mutter, die zweifellos noch an den Schnee dachte und an die Kälte, die den Schnee für gewöhnlich begleitet, zog die Decke hoch über den bloßen Rücken, die Schultern, den mit rotem Flaum bedeckten Hinterkopf.“
 
S. 15
„Sie zieht die Decke über den Kopf des Babys, über sein sanftes, zufrieden schlafendes Profil.“
 
Herrndorf, Wolfgang: Arbeit und Struktur. Rowohlt Taschenbuch Verlag. 2015. Berlin.
S. 109
„Regression: Ich liege abends in der Dämmerung, C. und die schwangere Julia sitzen auf dem Fußende des Krankenhausbettes. Sie unterhalten sich, während ich sanft einzuschlafen beginne. Mit der Decke bis unters Kinn hochgezogen bin ich sechs Jahre alt, die Mütter besprechen Erwachsenenthemen und wachen über mich.“
 
S. 114
„Sonderbares Gefühl, mit einem gänzlich Fremden zu telefonieren und sich darüber zu unterhalten, wie man heimlich unter der Bettdecke weint. Rufen Sie mich nächstes Jahr wieder an. Ja, mach ich.“
 
S. 361
„Von unter der Bettdecke heraus erblickt der Proband die Andeutung einer Staubschicht auf dem Laminat im Flur seiner Wohnung. Aufstehen? Liegenbleiben? Wohnung komplett durchsaugen? Die Neurose siegt.“
 
Herrdorf, Wolfgang: tschick. Rowohlt Taschenbuch Verlag. 2012. Hamburg.
S. 12
„Ich taste unter der Bettdecke herum, wo meine Beine sind. Sie sind nackt. Fühlen sich auch nicht mehr bepisst an oder blutig. Wo bin ich denn hier?“
 
S.126 
„Ich packte meine Sachen aus, guckte kurz in mein Zeugnis, legte die Beyoncé-CD ein und kroch unter meine Bettdecke.“

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